Out-of-Band-Updates (14.09.2026): Microsoft repariert den September-Patchday

Es hat sechs Tage, einen Known Issue Rollback und einen aus der Community zusammengesuchten Feature-Flag-Workaround gebraucht, aber jetzt ist er da: Microsoft hat am 14. September 2026 außerplanmäßige Updates (Out-of-Band, kurz OOB) veröffentlicht, die den RDS-Ausfall des September-Patchdays beheben. In der Patchday-Nachlese hatte ich versprochen, nachzulegen, sobald ein offizieller Fix vorliegt. Hier ist er, mitsamt dem, was er behebt, und wie Sie ihn einspielen.

Ein Out-of-Band-Update ist schlicht ein Update außerhalb des normalen Patchday-Rhythmus, das Microsoft für dringende Fehlerkorrekturen einschiebt. Genau dieser Fall liegt hier vor.

Wofür die OOB-Updates gedacht sind

Die Updates korrigieren drei Fehler, die die Sicherheitsupdates vom 8. September verursacht hatten.

Der wichtigste Punkt sind die Remotedesktopdienste (RDS). Nach dem September-Update wurden RDS auf betroffenen Systemen instabil, was zu Fehlern bei RDP-Verbindungen und bei der Anmeldung führte oder dazu, dass Server während der Remotedesktop-Konfiguration nicht mehr reagierten. Betroffen waren auch angrenzende Werkzeuge: die Microsoft Management Console (MMC), das RDS-Lizenzdiagnosetool, der Datei-Explorer und die Windows-Update-Seite konnten ebenfalls hängen bleiben. Genau dieses Verhalten ist mit dem OOB-Update behoben.

Der zweite Fehler betrifft Hyper-V. Anwendungen, die von der Host Compute Service (HCS) verwaltete virtuelle Maschinen nutzen, hatten Probleme, wenn Host-Ordner über Plan9 für Linux-VMs freigegeben wurden: Die VMs starteten zwar normal, doch die freigegebenen Ordner tauchten im Gast nicht auf oder waren nicht zugänglich. Prominentestes betroffenes Beispiel ist das Windows-Subsystem für Linux (WSL). Reguläre Hyper-V-VMs ohne Plan9-Freigaben waren nie betroffen. Der Fix gilt für Windows 11 23H2, 24H2/25H2 und 26H1 (Arm).

Der dritte Punkt ist ein Audio-Problem, und hier ist Vorsicht geboten: Behoben wird nur der Teil, bei dem USB-Audio-Class-1.0-Geräte im Mehrkanalbetrieb (8-Kanal- oder 3D-Audiomodi) Fehler zeigten, während sie im normalen Stereobetrieb liefen. Die weitergehenden USB-Audio-Probleme, bei denen Geräte gar nicht mehr starten oder Ton liefern (Gerätemanager-Fehler „Code 10″, keine Ausgabe), sind damit noch nicht gelöst. Daran arbeitet Microsoft laut eigener Aussage weiter.

Die KB-Nummern im Überblick

Für praktisch jede noch relevante Windows-Version gibt es ein eigenes OOB-Paket vom 14. September 2026.

Windows-VersionOOB-Update (14.09.2026)
Windows 11 24H2 / 25H2KB5129195
Windows 11 26H1 (Arm)KB5129194
Windows 10 21H2 / 22H2KB5129236
Windows Server 2025KB5129235
Windows Server 2022KB5129237
Windows Server 2019KB5129238
Windows Server 2016KB5129239
Windows Server 2012 R2 (ESU)KB5129243
Windows Server 2012 (ESU)KB5129244

Wie Sie die Updates installieren

Anders als die regulären Patchday-Updates landen diese OOB-Pakete nicht automatisch auf jedem System. Der zuverlässige Bezugsweg ist für alle Versionen der Microsoft Update Catalog. Ein Teil der Updates wird zusätzlich über WSUS ausgeliefert, und das Update für Windows 11 26H1 steht darüber hinaus direkt über Windows Update, Windows Update for Business und WSUS bereit. Die Server-Updates müssen Sie in der Regel manuell aus dem Katalog beziehen oder über Ihr Verteilwerkzeug ausrollen.

Für einen einzelnen Rechner oder Server ist der Ablauf schnell erklärt: Im Update-Katalog nach der passenden KB-Nummer suchen (etwa „KB5129237″), das Paket für die richtige Version und Architektur herunterladen (x64 beziehungsweise Arm64), auf dem Zielsystem ausführen und anschließend neu starten. Alternativ lässt sich die heruntergeladene .msu-Datei per wusa.exe C:\Pfad\zum\Update.msu installieren. In größeren Umgebungen verteilen Sie die Pakete wie gewohnt über WSUS, MECM/SCCM, Intune oder ein anderes Deployment-Tool.

Zwei Dinge sollten Sie dabei wissen. Erstens sind die OOB-Updates kumulativ und enthalten die Sicherheitsfixes vom 8. September mit. Wer das September-Update wegen der RDS-Ausfälle deinstalliert hatte, ist nach dem Einspielen des OOB-Updates also wieder vollständig gepatcht und den Fehler los, beides in einem Schritt. Ein vorheriges Entfernen des September-Updates ist nicht nötig; das OOB-Paket ersetzt den bisherigen Stand.

Zweitens: Wenn Sie als Übergangslösung die KIR-Gruppenrichtlinie gesetzt oder den manuellen Feature-Flag-Override aus der Nachlese angelegt haben, nehmen Sie diese nach der Installation wieder zurück. Die KIR-Richtlinie sollte entfernt und der Registry-Override gelöscht werden, damit Ihre Systeme auf dem sauberen, von Microsoft unterstützten Stand laufen und die Korrektur nicht durch eine veraltete Behelfslösung überlagert wird.

Was die OOB-Updates nicht beheben

Damit keine falsche Erwartung entsteht: Diese Pakete adressieren RDS, Hyper-V und den Mehrkanal-Audiofehler, mehr nicht. Die übrigen Baustellen des September-Patchdays bleiben nach aktuellem Stand offen. Der Verlust der Domänen-Vertrauensstellung durch KB5124008, die schwarzen Bildschirme nach ersetztem Grafiktreiber, der BitLocker-Ereigniseintrag 24641 und die Secure-Boot-Falle bei zu kleiner WinRE-Partition haben weiterhin keinen offiziellen Fix. Wer davon betroffen ist, bleibt vorerst auf die in der Nachlese beschriebenen Workarounds angewiesen. Auch der harte Teil des USB-Audio-Problems ist, wie erwähnt, noch nicht erledigt.

Fazit

Der Fix ist da, er gehört zeitnah ausgerollt, und für einmal lautet die Empfehlung schlicht: einspielen. Trotzdem darf man festhalten, wie dieser Fix zustande kam. Ein außerplanmäßiges Notfallupdate sechs Tage nach dem größten Patchday aller Zeiten, im Nachgang zu einem Known Issue Rollback, der laut Rückmeldungen nicht zuverlässig griff, ist keine Glanzleistung, sondern Schadensbegrenzung. Immerhin schnelle Schadensbegrenzung. Prüfen Sie nach der Installation kurz, ob RDS und, falls relevant, die Hyper-V-Freigaben wieder sauber laufen, und behalten Sie die noch offenen Punkte im Blick. Der September 2026 ist damit noch nicht ganz abgehakt.

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