Es gibt diese Frage, die jeden Tag mehrfach gestellt wird und für die es keine gute Antwort gibt: Ist der Raum frei?
Man kann in den Outlook-Kalender schauen — wenn man einen Rechner dabei hat. Man kann die Tür aufmachen und hineinsehen — was unangenehm ist, wenn drinnen jemand sitzt. Oder man klebt einen ausgedruckten Wochenplan neben die Tür, der ab Dienstag nicht mehr stimmt.
RaumInfo ist die dritte Möglichkeit: ein 8-Zoll-Tablet neben der Tür, das den Raumkalender aus Exchange anzeigt. Grün heißt frei, rot heißt belegt, und das ist schon aus zehn Metern Entfernung erkennbar.

Was daran anders ist
Es läuft gegen den eigenen Exchange. Kein Cloud-Dienst, kein Konto bei irgendwem, keine Server-Komponente, die man betreiben und aktualisieren müsste. Die App spricht direkt mit den Exchange Web Services im eigenen Netz — mit NTLM-Anmeldung, wie sie in gewachsenen Windows-Umgebungen üblich ist.
Ein Dienstkonto für alle Räume. Über die Exchange-Rolle
ApplicationImpersonation arbeitet ein einziges Konto im Namen der
Raumpostfächer. Man braucht nicht deren Passwörter, und man muss sie nicht
verteilen.
Die Farbe ist die Botschaft. Links und rechts läuft je ein senkrechter Balken über die volle Bildschirmhöhe. Er ist der einzige Teil der Oberfläche, der aus dem Gang heraus lesbar sein muss — deshalb ist er kräftig, ganzflächig und ohne Beschriftung.
- Grün — frei
- Gelb — der nächste Termin beginnt in weniger als 15 Minuten (pulsierend)
- Rot — in Nutzung
- Grau — der Kalender ist nicht erreichbar

Buchen, ohne den Rechner zu holen
Ist der Raum frei, führt ein großer Knopf zur Buchung vor Ort. Betreff eintippen, Dauer wählen, fertig — der Termin steht als regulärer Eintrag im Raumkalender und ist in Outlook sofort sichtbar.
Die angebotenen Dauern enden dort, wo der nächste Termin beginnt. Am Display lässt sich also keine Überschneidung erzeugen; wer 90 Minuten will, aber nur 40 frei sind, bekommt 40 gar nicht erst überschritten.

Umgekehrt geht es auch: Endet die Besprechung früher, gibt ein Knopf den Raum wieder frei. Der Termin wird auf „jetzt“ verkürzt, der nächste sieht sofort Grün.

Der Teil, über den niemand nachdenkt: die Nacht
Ein Tablet an der Wand hängt dauerhaft am Strom und soll tagsüber immer an sein. Nachts soll es dunkel sein — aber auf Berührung sofort wieder da.
Das klingt trivial und ist es nicht. Android kann ohne Root-Rechte den Bildschirm weder per Programm abschalten noch per Berührung aufwecken. Wer das Display wirklich ausschaltet, braucht danach die Power-Taste — und die sitzt hinter dem Metallgehäuse.
RaumInfo löst das mit einem Umweg: Das Display bleibt technisch an, wird aber nach Dienstschluss auf Helligkeit 0 gesetzt und mit einer schwarzen Fläche überdeckt. Die erste Berührung weckt nur auf und wird nicht an die Oberfläche durchgereicht — es bucht also niemand versehentlich einen Raum, nur weil er das Display wecken wollte.
Dazu ein Schalter für das Wochenende: Standardmäßig bleibt die Anzeige samstags und sonntags dunkel, statt zwei Tage lang auf volle Helligkeit zu leuchten.
Kiosk — aber freiwillig
Auf Wunsch sperrt sich RaumInfo als Device Owner auf sich selbst: keine Statusleiste, kein Sperrbildschirm, keine Home-Taste, keine Deinstallation. Nach einem Stromausfall startet das Tablet direkt wieder in die Anzeige.
Das ist keine Voraussetzung. Ohne diesen Modus laufen Anzeige, Buchung und Nachtabsenkung vollständig — es fehlt allein die Sperre. Wer ein Display im öffentlichen Gang betreibt, will sie; für einen Testaufbau im Büro ist sie überflüssig.
Wichtig zu wissen: Den Kiosk-Modus kann sich keine Android-App selbst geben. Er lässt sich nur auf einem Gerät ohne eingerichtetes Konto setzen — bei fabrikneuen Tablets genügt es, den Einrichtungsassistenten ohne Google- und Samsung-Anmeldung zu durchlaufen. Zurücksetzen muss man nur ein bereits angemeldetes Gerät.
Was es nicht kann
Damit niemand eine falsche Erwartung mitnimmt, die wichtigsten Grenzen vorweg:
- Kein Microsoft 365. RaumInfo spricht EWS mit NTLM — das ist On-Prem-
Exchange. Exchange Online verlangt moderne Authentifizierung und wird nicht
unterstützt. - Kein Terminmanagement. Buchen und vorzeitig beenden, mehr nicht. Kein
Verschieben, kein Verlängern, keine Teilnehmerverwaltung. - Ein Raum je Gerät. Keine Übersicht mehrerer Räume, keine Suche nach einem
freien Raum im Haus. - Keine zentrale Verwaltung. Jedes Tablet wird einmal eingerichtet; danach
gibt es keinen Fernzugriff auf die Konfiguration.
Die vollständige Aufstellung — samt Voraussetzungen und der Einrichtung mit und ohne Kiosk-Modus — steht auf der Projektseite.
Kurz gefasst
| Plattform | Android 8.1 oder neuer, Querformat, 8 Zoll empfohlen |
| Anbindung | Exchange On-Prem über EWS, NTLM, ApplicationImpersonation |
| Betrieb | ohne Cloud, ohne Server-Komponente, ohne laufende Kosten |
| Ansichten | Frei, Gebucht, Ad-hoc-Buchung, Einstellungen |
| Kiosk-Modus | optional |
Entwickelt für die Räume, für die eine Excel-Liste zu wenig und ein Raumbuchungssystem zu viel ist.
