Das Exchange 2016/2019 ESU läuft mit dem Oktober 2026 aus. Danach gibt es für beide Versionen keine Sicherheitsupdates mehr, auch nicht gegen Bezahlung. Bis zum 31. Oktober sind es von heute an noch 19 Tage.
Dieser Beitrag stellt zusammen, was Microsoft dazu selbst veröffentlicht hat: Fristen, Umfang des ESU und die unterstützten Wege zu Exchange Server SE. Anlass ist ein Beitrag bei „Der Windows Papst“ vom 12. Oktober, dessen Angaben ich gegen die Microsoft-Quellen geprüft habe.
Was Microsoft zum Ende des ESU sagt
Am 20. Juli 2026 hat das Exchange-Team den Beitrag „Reminder: Exchange 2016 and 2019 ESU Program Ends in October 2026“ veröffentlicht. Der Kernsatz lautet: „There will be no further extension of Exchange 2016/2019 ESU program timeline.“ Das gilt nach Microsofts Angaben auch für Kunden, die aktuell ein Period-2-ESU haben.
Im selben Beitrag räumt das Team ein, dass es schon beim ersten ESU eine Verlängerung ausgeschlossen und dann doch eine zweite Periode aufgelegt hatte. Diesmal bleibt es laut Microsoft dabei.
Die Supportdaten im Überblick
Die Daten stammen aus den Lifecycle-Seiten für Exchange Server 2016 und Exchange Server 2019 sowie aus den Beiträgen des Exchange-Teams.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Oktober 2020 | Ende des Mainstream-Supports für Exchange 2016 |
| Januar 2024 | Ende des Mainstream-Supports für Exchange 2019 |
| 14. Oktober 2025 | Ende des Extended Supports für beide Versionen |
| Oktober 2025 bis April 2026 | ESU Period 1 |
| Mai bis Oktober 2026 | ESU Period 2 |
| ab November 2026 | keine Updates mehr |
Der letzte reguläre Patchday innerhalb der ESU-Laufzeit ist der 13. Oktober 2026, also morgen. Ob Microsoft an diesem Tag Exchange-Updates veröffentlicht, steht vorab nicht fest.
Was ESU Period 2 abdeckt
In den monatlichen Update-Beiträgen, zuletzt im August 2026, schreibt Microsoft: „Exchange Server 2016 and 2019 are out of support.“ Sicherheitsupdates für diese Versionen erhalten nur Organisationen, die im Period-2-ESU eingeschrieben sind.
Abgedeckt sind Exchange Server 2016 CU23 sowie Exchange Server 2019 CU14 und CU15. Allen anderen Kunden empfiehlt Microsoft, so schnell wie möglich auf Exchange Server SE zu wechseln.
Die Details stehen in der Ankündigung von Period 2 vom April 2026. Fachmedien geben sie übereinstimmend so wieder:
- Updates gibt es nur für Schwachstellen der Stufen „Critical“ und „Important“.
- Die Updates werden privat verteilt, nicht über das Download Center oder Windows Update.
- Supportfälle sind nur möglich, wenn sie ein ESU-Update selbst betreffen.
- Der Kauf läuft über das Microsoft-Account-Team; Period-1-Kunden mussten Period 2 neu erwerben.
Von Exchange 2019 per In-Place-Upgrade zu Exchange Server SE
Microsoft beschreibt in der Upgrade-Dokumentation zwei Wege. Für Exchange 2019 CU14 oder CU15 ist ein In-Place-Upgrade unterstützt. Exchange SE wird dabei über die bestehende Installation gesetzt, vergleichbar mit einem kumulativen Update.
Exchange SE RTM ist laut der Seite „What’s new in Exchange Server SE“ codegleich mit Exchange 2019 CU15. Unterschiede gibt es nur bei Lizenzvertrag, Produktname und Buildnummer. Neue Funktionen kommen ab CU1.
Zum Product Key: SE RTM verlangt keinen neuen Schlüssel. Microsoft kündigt aber an, dass ein künftiges kumulatives Update einen neuen Product Key voraussetzen wird.
Von Exchange 2016 nur per Migration
Für Exchange 2016 gibt es kein In-Place-Upgrade. Microsoft verlangt ein „Legacy Upgrade“: neue Server in die Organisation aufnehmen, Postfächer und Ressourcen verschieben, alte Server deinstallieren. Das Ziel kann Exchange SE direkt sein oder zunächst Exchange 2019 CU14/CU15 mit anschließendem In-Place-Upgrade.
Dasselbe gilt bei einem Wechsel der Hardware oder der Windows-Server-Version. Ein In-Place-Upgrade des Betriebssystems mit installiertem Exchange unterstützt Microsoft nicht.
Exchange SE CU2 blockiert die Koexistenz
Die Upgrade-Dokumentation nennt zwei Einschränkungen. Das Setup von Exchange SE RTM verhindert die Koexistenz mit Exchange 2013. Das Setup von Exchange SE CU2 wird die Koexistenz mit jeder Exchange-Version unterbinden, die zum Veröffentlichungszeitpunkt nicht mehr unterstützt ist. Das betrifft Exchange 2016 und 2019.
Wer noch migriert, muss die alten Server also vor der Installation von CU2 aus der Organisation entfernt haben. Ein Veröffentlichungsdatum für CU2 konnte ich bei Microsoft nicht verifizieren.
Windows Server 2016 läuft im Januar 2027 aus
Die Supportability Matrix listet für Exchange SE Windows Server 2019, 2022 und 2025. Exchange 2016 läuft höchstens auf Windows Server 2016. Dessen Extended Support endet im Januar 2027.
Ein Exchange 2016 auf Windows Server 2016 verliert damit innerhalb von drei Monaten die Updates für Anwendung und Betriebssystem. Exchange SE selbst fällt unter die Modern Lifecycle Policy und ist seit dem 1. Juli 2025 im Support.
Fazit
Mit dem Oktober 2026 endet die Update-Versorgung für Exchange 2016 und 2019 vollständig, und Microsoft hat eine dritte ESU-Periode ausgeschlossen. Für Exchange 2019 CU14/CU15 ist das In-Place-Upgrade auf Exchange SE der unterstützte Weg. Für Exchange 2016 bleibt nur die Migration auf neue Server.
Prüfen Sie diese Woche Build-Stand und Betriebssystem jedes Exchange-Servers, auch der Maschinen, die nur noch für Relay oder Hybrid-Verwaltung laufen. Gleichen Sie das Ergebnis mit der Supportability Matrix ab und legen Sie danach den Upgrade-Pfad fest.
