<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Verwaltungsmodernisierung &#8211; Grams IT &#8211; Blog</title>
	<atom:link href="https://blog.grams-it.com/tag/verwaltungsmodernisierung/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://blog.grams-it.com</link>
	<description></description>
	<lastBuildDate>Mon, 22 Dec 2025 08:16:01 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	
	<item>
		<title>Föderale Modernisierungsagenda</title>
		<link>https://blog.grams-it.com/2025/12/05/foederale-modernisierungsagenda/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 05 Dec 2025 04:39:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Verwaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Online Zugangsgesetz (OZG)]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Bürokratieabbau]]></category>
		<category><![CDATA[EfA]]></category>
		<category><![CDATA[FMA]]></category>
		<category><![CDATA[Föderale Modernisierungsagenda]]></category>
		<category><![CDATA[Interkommunale Zusammenarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Fachkräftemangel]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunale Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[OZG-Umsetzung]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltungsmodernisierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blog.grams-it.com/?p=789</guid>

					<description><![CDATA[<p><img width="128" height="128" src="https://blog.grams-it.com/wp-content/uploads/2024/11/government.png" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="Öffentliche Verwaltung" decoding="async" /></p>Der Beschluss vom 4. Dezember 2025 markiert den formalen Startpunkt der &#8222;Föderalen Modernisierungsagenda&#8220; (FMA). Das übergeordnete Ziel ist die grundlegende Erneuerung, Verschlankung und Beschleunigung der staatlichen Verwaltung in Deutschland, um &#8222;schneller, digitaler und handlungsfähiger&#8220; zu werden. Die Agenda adressiert explizit das Wohl von Bürgerinnen und Bürgern, der Wirtschaft und der Verwaltung. Im Kern strebt die [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img width="128" height="128" src="https://blog.grams-it.com/wp-content/uploads/2024/11/government.png" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="Öffentliche Verwaltung" decoding="async" /></p>
<p class="wp-block-paragraph">Der Beschluss vom 4. Dezember 2025 markiert den formalen Startpunkt der <strong>&#8222;Föderalen Modernisierungsagenda&#8220; (FMA)</strong>. Das übergeordnete Ziel ist die grundlegende Erneuerung, Verschlankung und Beschleunigung der staatlichen Verwaltung in Deutschland, um &#8222;schneller, digitaler und handlungsfähiger&#8220; zu werden. Die Agenda adressiert explizit das Wohl von <strong>Bürgerinnen und Bürgern</strong>, der Wirtschaft und der Verwaltung.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Im Kern strebt die Agenda an, die föderalen Strukturen zu nutzen, um Gestaltungskraft zu entfalten, Hürden abzubauen und die gesamtstaatliche Handlungsfähigkeit zu stärken. Dies impliziert eine Abkehr von starren, langwierigen Gesetzgebungsverfahren hin zu einer experimentierfreudigeren, praxisorientierten und digitalisierten Verwaltungsorganisation. Für die <strong>kommunale Verwaltung</strong> ist diese Agenda von zentraler Bedeutung, da hier die meisten direkten Bürgerkontakte stattfinden. Die FMA ist die strategische Antwort auf die <strong>partiell gescheiterte oder unzureichende Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG)</strong>, dessen Fokus zu stark auf dem Frontend lag, während die notwendige tiefgreifende Prozessdigitalisierung (Backend) vernachlässigt wurde.</p>



<h2 class="wp-block-heading">Konkrete Änderungen und Bewertung für die Kommunalverwaltung</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die FMA enthält Maßnahmen, die direkt oder indirekt auf die Entlastung der Kommunalverwaltung und die Verbesserung der Bürgerdienste abzielen, wobei insbesondere Lehren aus der OZG-Umsetzung gezogen wurden.</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><th>Änderung / Maßnahme</th><th>Bezug zur Kommunalverwaltung &amp; Bürger</th><th>Sinnvoll?</th><th>Bürokratieabbau-Potenzial</th></tr><tr><td><strong>Obligatorische Prüfung von Experimentierklauseln (Reallabore)</strong></td><td>Die Länder führen 2026 eine obligatorische Prüfung ein, ob Gesetze <strong>Experimentierklauseln</strong> enthalten sollen. Dies ermöglicht Kommunen, in sogenannten &#8222;Reallaboren&#8220; (z.B. bei Baugenehmigungen oder Bürgerdiensten) temporär von starren Vorschriften abzuweichen und einfachere, digitalisierte Abläufe zu testen. <strong>(Fokus FMA)</strong></td><td><strong>Sehr hoch.</strong> Ermöglicht agile und praxistaugliche Gesetzesentwicklung, die direkt auf die Bedürfnisse der Kommunalpraxis zugeschnitten ist und starre &#8222;Wasserfall-Modernisierung&#8220; vermeidet.</td><td><strong>Stark.</strong> Bricht rigide Verfahrensweisen auf und erlaubt das vorübergehende Aussetzen unnötig komplexer Regeln zur Erprobung schlankerer Alternativen.</td></tr><tr><td><strong>Fokus auf Digitalisierung und Standardisierung</strong> (Erweiterung des OZG-Gedankens)</td><td>Ziel ist die Bereitstellung schnellerer, digitaler Dienste für Bürger. Die Lehre aus dem OZG ist die Notwendigkeit der <strong>Ende-zu-Ende-Digitalisierung</strong> (Backend) und der Schaffung <strong>verbindlicher Standards</strong> für IT-Schnittstellen (Stichwort: Nachnutzung der EfA-Leistungen). <strong>(Fokus OZG-Korrektur)</strong></td><td><strong>Extrem hoch.</strong> Die Bürger profitieren von 24/7-Verfügbarkeit. Die Kommunen profitieren von <strong>automatisierten Fachverfahren</strong> und der Vermeidung des OZG-Medienbruchs zwischen Online-Antrag und Verwaltungsinternem.</td><td><strong>Stark.</strong> Vereinheitlicht Prozesse, reduziert den manuellen Aufwand und macht das &#8222;Once-Only&#8220;-Prinzip (Daten müssen nur einmal angegeben werden) in der Praxis erst möglich.</td></tr><tr><td><strong>Monitoring und Evaluation</strong> (Lücke aus der OZG-Umsetzung)</td><td>Die Agenda wird durch ein systematisches Evaluations- und Monitoring-System begleitet, das von einer politisch besetzten Steuerungsgruppe (CdS/St-Ebene) geleitet wird. Die OZG-Kritik monierte das Fehlen eines klaren Zielbildes und einer hinreichenden Steuerung. <strong>(Fokus FMA-Governance)</strong></td><td><strong>Hoch.</strong> Sorgt für die <strong>Nachhaltigkeit</strong> der Reformen und adressiert das im OZG kritisierte Fehlen eines klaren, übergreifenden Zielbildes über alle föderalen Ebenen hinweg. Die Kommunen erhalten dadurch Planungssicherheit.</td><td><strong>Mittel.</strong> Baut nicht direkt Bürokratie ab, sondern sorgt für die <strong>politische Verbindlichkeit</strong> und Messbarkeit, damit die Digitalisierungs- und Entbürokratisierungsziele tatsächlich erreicht werden.</td></tr></tbody></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Kritische Lücken und kommunale Realität (Umsetzungshemmnisse)</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Föderale Modernisierungsagenda adressiert zwar die konzeptionellen Mängel des OZG (Fokus auf das Backend, Experimentierfreude), sie blendet jedoch weiterhin die <strong>fundamentalen Ressourcen- und Strukturprobleme</strong> der Kommunen aus, die den Erfolg der gesamten Digitalisierung in der Fläche massiv gefährden:</p>



<figure class="wp-block-table"><table class="has-fixed-layout"><tbody><tr><th>Hemmnis</th><th>Auswirkung auf FMA/OZG</th><th>Bürokratie-Risiko</th></tr><tr><td><strong>Umsetzungsverzug OZG (Ziel 2022)</strong></td><td>Die Verpflichtung zur Umsetzung des OZG bis Ende 2022 wurde in vielen Kommunen nicht einmal ansatzweise erreicht. Die FMA legt neue Aufgaben auf, bevor die alten, gesetzlich vorgeschriebenen, abgeschlossen sind.</td><td><strong>Hoch.</strong> Der Aufwuchs neuer Aufgaben (Experimentierklauseln, neue Standards) <strong>addiert sich zur alten Last</strong> und führt zur Überlastung der bereits überforderten Verwaltung.</td></tr><tr><td><strong>Mangelndes IT-Fachpersonal</strong></td><td>Die meisten Kommunen verfügen über kein oder unzureichendes Fachpersonal für IT-Betrieb, Entwicklung und Cybersicherheit. Die hochkomplexen EfA-Lösungen und neuen Backend-Anforderungen der FMA können ohne dieses Personal <strong>nicht nachhaltig implementiert und betreut</strong> werden.</td><td><strong>Extrem hoch.</strong> Digitalisierung kann nicht durch das vorhandene, nicht-technische Personal geleistet werden. Dies führt zur Beibehaltung manueller Prozesse oder zur Abhängigkeit von teuren externen Dienstleistern.</td></tr><tr><td><strong>Fehlendes Prozessmanagement &amp; Fachwissen</strong></td><td>Zahlreiche Kommunen besitzen kein formalisiertes Prozessmanagement. Ohne tiefes Wissen über die eigenen internen Abläufe ist eine <strong>Ende-zu-Ende-Digitalisierung (Backend)</strong>, die die FMA fordert, unmöglich. Es fehlt die Grundlage, um komplexe Prozesse neu zu denken und zu verschlanken.</td><td><strong>Hoch.</strong> Die Digitalisierung von &#8222;schlechten&#8220; (bürokratischen) Prozessen führt zur <strong>digitalen Bürokratie-Verstärkung</strong> statt zum Abbau.</td></tr><tr><td><strong>Finanzierungslücke (Neue Kosten)</strong></td><td>Die Umsetzung von OZG- und FMA-Vorgaben (Adaption von EfA-Lösungen, Schulungen, IT-Sicherheit) verursacht <strong>laufende Folgekosten</strong>, die in den chronisch defizitären Kommunalhaushalten nicht dauerhaft gedeckt sind. Die Anschubfinanzierung des Bundes (Corona-Konjunkturpaket) ist ausgelaufen.</td><td><strong>Extrem hoch.</strong> Ohne eine <strong>dauerhafte, strukturelle Finanzierung</strong> der Betriebskosten durch Bund und Länder werden Digitalprojekte nach Pilotphasen eingestellt oder die Kommunen müssen die Kosten über Gebühren weiterreichen.</td></tr><tr><td><strong>Ineffizienz der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ)</strong></td><td>Die oft als Allheilmittel propagierte IKZ (Zusammenarbeit mehrerer Kommunen zur IT-Bündelung) führt in der Praxis oft zu <strong>erheblicher Verlangsamung</strong>. Abstimmungen über Standards, Fachverfahren und Zeitpläne mit mehreren Partnern dauern in der Regel länger, als eine einzelne Kommune benötigen würde.</td><td><strong>Mittel.</strong> Die IKZ löst zwar das Personalproblem nicht, kann aber das Koordinationsproblem massiv verschärfen, was die Umsetzung des FMA-Tempos konterkariert.</td></tr></tbody></table></figure>



<h2 class="wp-block-heading">Fazit und Bürger-Nutzen</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die <strong>Föderale Modernisierungsagenda</strong> ist konzeptionell ein wichtiger Schritt zur Korrektur der OZG-Mängel (Fokus auf Backend und Flexibilität durch Experimentierklauseln).</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ihr Erfolg hängt jedoch kritisch davon ab, ob Bund und Länder bereit sind, die <strong>kommunale Realität</strong> anzuerkennen und die genannten Hemmnisse durch <strong>finanzielle und personelle Kapazitätsstärkung</strong> (Einstellen/Ausbilden von IT-Personal, dauerhafte Kostenübernahme) direkt zu adressieren. Ohne diese Stärkung bleibt die FMA eine hochrangige politische Absichtserklärung, deren Wirkung in der direkten Bürgerverwaltung (Kommune) massiv verpuffen wird.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Beitrag und Interview von eGovernment Ausgabe (03/2025)</title>
		<link>https://blog.grams-it.com/2025/02/22/beitrag-und-interview-von-egovernment-ausgabe-03-2025/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 22 Feb 2025 15:27:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Digitalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[IT]]></category>
		<category><![CDATA[Öffentliche Verwaltungen]]></category>
		<category><![CDATA[Online Zugangsgesetz (OZG)]]></category>
		<category><![CDATA[Behörden-IT]]></category>
		<category><![CDATA[Digitale Transformation]]></category>
		<category><![CDATA[eGovernment]]></category>
		<category><![CDATA[eGovernment Ausgabe 2025]]></category>
		<category><![CDATA[Fachbeitrag]]></category>
		<category><![CDATA[Fachmagazin]]></category>
		<category><![CDATA[GovTech]]></category>
		<category><![CDATA[Grams-IT News]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Experten Interview]]></category>
		<category><![CDATA[IT-Strategie]]></category>
		<category><![CDATA[Onlinezugangsgesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Public Sector IT]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltung 4.0]]></category>
		<category><![CDATA[Verwaltungsmodernisierung]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://blog.grams-it.com/?p=181</guid>

					<description><![CDATA[<p><img width="128" height="128" src="https://blog.grams-it.com/wp-content/uploads/2024/11/government.png" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="Öffentliche Verwaltung" decoding="async" /></p>Quelle: eGovernment Grau ist alle Theorie Die Forderung nach mehr Open-Source-Lösungen in der öffentlichen­ Verwaltung ist unterstützenswert. Ein Abschied von proprietärer Software ist langfristig günstiger und fördert die digitale Souveränität. Doch so einfach ist es in der Praxis nicht, wie der IT-Verantwortliche der Gemeinde Fuldatal, Christian Grams, erklärt. „Open Source ist grundsätzlich wünschenswert, und es [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><img width="128" height="128" src="https://blog.grams-it.com/wp-content/uploads/2024/11/government.png" class="attachment-post-thumbnail size-post-thumbnail wp-post-image" alt="Öffentliche Verwaltung" decoding="async" /></p>
<p class="wp-block-paragraph">Quelle: <a href="https://www.egovernment.de/grau-ist-alle-theorie-a-f17a071f67594dd8fd76e878fd41cfe9/">eGovernment</a></p>



<h2 class="wp-block-heading">Grau ist alle Theorie</h2>



<p class="wp-block-paragraph">Die Forderung nach mehr Open-Source-Lösungen in der öffentlichen­ Verwaltung ist unterstützenswert. Ein Abschied von proprietärer Software ist langfristig günstiger und fördert die digitale Souveränität. Doch so einfach ist es in der Praxis nicht, wie der IT-Verantwortliche der Gemeinde Fuldatal, Christian Grams, erklärt.</p>



<figure class="wp-block-image aligncenter"><a class="inf-img-overlay-click" href="javascript:void(0)"><img decoding="async" src="https://cdn1.vogel.de/S9lmjFGNUnKuvQSDpCGUCEs118M=/fit-in/800x0/p7i.vogel.de/wcms/10/5e/105e51b5565895c9c144ec697e721a35/0123240416v2.jpeg" alt="Ist Open Source ein Beispiel dafür, wie Theorie und Praxis auseinanderklaffen?(©  Sawyer0 - stock.adobe.com, / KI-generiert)" title="Ist Open Source ein Beispiel dafür, wie Theorie und Praxis auseinanderklaffen?(©  Sawyer0 - stock.adobe.com, / KI-generiert)"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Ist Open Source ein Beispiel dafür, wie Theorie und Praxis auseinanderklaffen?(© Sawyer0 &#8211; stock.adobe.com, / KI-generiert)</figcaption></figure>



<p class="wp-block-paragraph">„Open Source ist grundsätzlich wünschenswert, und es kann sehr einfach ein&nbsp;<a href="https://www.egovernment.de/was-ist-linux-a-5d77ca2e75debdeca12ec9f7e4fef61a/">Linux</a>-Desktop hingestellt werden mit Open Office und fertig“, sagt Christian Grams. „Für die öffentlichen Verwaltungen funktioniert das aber nicht.“ Der IT-Verantwortliche für Fuldatal und eine IT IKZ (interkommunale Zusammenarbeit) mit drei weiteren Gemeinden spricht ein Thema an, das in der allgemeinen Debatte um Open Source oft untergeht: die Umsetzung in der Verwaltungspraxis.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Linux vs. Microsoft</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Open Source höre sich auf dem ­Papier gut an, da es – bis auf den Support – kostenlos sei. „Aber die Architektur dahinter ist eine ganz andere als die, die aktuell in der Verwaltung hauptsächlich genutzt wird“, sagt Grams und meint damit natürlich Microsoft. „Die Anwendungen und auch Fachanwendungen, die wir betreiben, sind sehr, sehr Microsoft-lastig.“ Öffne beispielsweise ein Verwaltungsmitarbeiter in einer Fachanwendung ein Dokument, dann erwarte diese Anwendung meistens entweder ein PDF, ein Word- oder Excel-Dokument. „Das bedeutet, dass die Fachanwendungen Systemabhängigkeiten von Microsoft-Umgebungen haben“, betont Grams. Sie brauchen zum Beispiel die .NET-Infrastruktur oder die DLLs von Microsoft – „zwei Sachen, die derzeit faktisch noch nicht unter Linux abgebildet werden können“.</p>



<blockquote class="wp-block-quote has-text-align-center is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow">
<p class="has-text-align-left wp-block-paragraph">Die Fehler, die wir beim OZG gemacht haben, wiederholen wir jetzt bei Open Source.</p>
</blockquote>



<p class="wp-block-paragraph">Für den IT-Profi ist daher klar: „Bevor wir anfangen, zu überlegen, dass wir Open Source wollen – was grundsätzlich sinnvoll ist –, muss am besten auf EU-Ebene festgelegt werden, dass Hersteller ihre Software nicht nur für Microsoft oder vielleicht noch für Apple, sondern auch für Linux-Systeme bereitstellen müssen.“ Derzeit liege dieser Anteil erst bei knapp fünf Prozent.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Ein Software-Anteil von fünf Prozent zeigt: Open Source ist nach wie vor eine Nische. „Der normale Mitarbeiter kennt Linux nicht und wäre heillos überfordert“, ist Grams sicher. Open Source sei in der öffentlichen Wahrnehmung noch immer eine Welt für Nerds und Geeks, also für absolute Profis und Bastler. Dass die öffentliche Verwaltung nun unbedingt ein solches Nischenprodukt wolle, hält Grams für bedenklich. Auch im Hinblick auf die Implementierung und Weiterentwicklung der Software: „Bei einem Betriebssystem wie Ubuntu ist mittlerweile auch eine Firma dahinter, aber die sind eher die Geldgeber. Die eigentlichen Entwickler, das ist die öffentliche Community.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Und hier stößt das System an seine Grenzen, denn die sensiblen Daten der öffentlichen Verwaltungen erlauben es nicht, Bürger oder Mitarbeiter mal eben an die Applikation ranzulassen. „Das&nbsp;<a href="https://www.egovernment.de/was-ist-das-bsi-und-was-sind-seine-aufgaben-a-579231/">BSI</a>&nbsp;würde die Hände über dem Kopf zusammenschlagen“, sagt Grams.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Lösung openDesk?</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Mit „openDesk“ soll es nun eine Lösung für ebendiese Problematik geben. In der Arbeitsplatzlösung, die über das Zentrum für digitale Souveränität (ZenDiS) angeboten wird, sind verschiedene Open-Source-Komponenten unter einer gemeinsamen Oberfläche inte­griert. Die typischen Anwendungsfälle wie E-Mail- und Kalenderfunktion oder Videokonferenzen sollen hier abgedeckt werden – auf Open-Source-Basis. Ein richtiger Schritt, findet Grams, doch auch hier fehle die Anbindung der Fach­anwendungen. „Wir haben hier ­immer noch die Inkompatibilität zwischen Linux- und Windows-Applikationen. Und zu 100 Prozent lassen sich die Applikationen nicht übernehmen.“</p>



<p class="wp-block-paragraph">Welche Alternativen gibt es also? „Die einzige Möglichkeit, wie man so etwas sinnvoll für die öffent­liche Verwaltung umsetzen kann, ist, dass entweder alle kommunalen Rechenzentren ihre Fachanwendungen auch für Open-Source-Lösungen kompatibel bereitstellen – was ein Riesenaufwand wäre –, oder die Anwendungen werden nicht mehr als vollwertige Client-Server-Anwendung bereitgestellt, sondern als Web-Applikation.“ Damit könne man aber nicht alle Fach­anwendungen abbilden, zumal hier der Sicherheitsaspekt noch stärker in den Vordergrund rücke, da sensible Daten in Echtzeit über das Netzwerk gehen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Eine echte Öffnung von Microsoft hin zu Open Source sieht Grams noch nicht. Zwar werde beispielsweise PowerShell auch für Linux angeboten – „aber wir sind noch weit davon entfernt, dass in der Fläche alles, was Microsoft anbietet, auch quelloffen genutzt werden könnte“. Im Gegenteil: Der US-amerikanische Konzern wolle seinen Kunden derzeit eher sein&nbsp;<a href="https://www.egovernment.de/was-ist-die-cloud-a-6dfd714cf47a997bb5d841feac6b372a/">Cloud</a>-Produkt „Microsoft 365“ aufzwingen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">In seiner eigenen Gemeinde und auch in anderen&nbsp;<a href="https://www.egovernment.de/was-ist-eine-kommune-a-fa7e7200c968c38edb41e70e82c0def1/">Kommunen</a>&nbsp;hält Grams den Einsatz von Open-Source-Lösungen für „einfach nicht machbar“. Die Kompetenzen in den öffentlichen Verwaltungen hinsichtlich herkömmlicher Büro­tätigkeiten seien bereits jetzt sehr schlecht. Ein komplett unbekanntes Betriebssystem und neue Applikationen würden die meisten komplett überfordern.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Know-how vermitteln</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Der Grund: Es gibt keine Ausbildungen für neue Applikationen. Die Mitarbeiter würden zwar geschult, wenn beispielsweise geänderte rechtliche Rahmenbedingungen eine andere Vorgehensweise erfordern, doch für die IT-Nutzung gebe es „seit Ewigkeiten“ keine Schulung. „Wir haben einen sehr, sehr schlechten Bildungsstand, was allgemeine IT-Tätigkeiten anbelangt“, sagt Grams. Selbst beim Nachwuchs sieht es nicht besser aus: „Wir reden von Digitalisierung, aber die jungen Leute kriegen nicht mal vernünftig einen PC bedient.“ Hier fehle es bereits an den Grundlagen. Schuld daran sei auch das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung und die daraus resultierende Forderung, die eigenen Leute selbst auszubilden. Grams: „Die Frage ist nur: wann und mit welchem Geld?“ Das Resultat: Die Mitarbeitenden sollen immer mehr leisten, haben aber immer weniger Zeit und sind nicht effizient in ihrem Arbeiten, sodass sie noch weniger Zeit haben. „Es ist ein Teufelskreis“, fasst Grams zusammen.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Für die Gemeinde Fuldatal wurde inzwischen ein eigener Schulungsraum eingerichtet. Grams selbst will hier Grundlagenschulungen anbieten, um die normalen Bürotätigkeiten – wie beispielsweise den Bau einer Tabelle – zu optimieren. Doch nicht jede Kommune hat eine solche Möglichkeit. ­„Alle Kommunen, die unter 20.000 Einwohner haben, haben kein Fach-IT-Personal, sondern haben einen Verwaltungsfachangestellten, der sich dafür zuständig fühlt“, erklärt Grams. Eigentlich müsse es die klare Vorgabe geben, dass in jeder Kommune mindestens ein fachlich ausgebildeter ITler vorhanden sein müsse. „Aber die haben wir nicht“, sagt Grams.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um aber Open-Source-Anwendungen sicher und effizient in Kommunen einsetzen zu können, braucht es fachliche Kompetenzen. Eine gesetzliche Vorgabe für mehr Open Source in der öffentlichen IT sei daher, auch vor dem Hintergrund der schwierigen Anbindung von Fachanwendungen, laut Grams kaum umsetzbar. „Die Fehler, die wir beim&nbsp;<a href="https://www.egovernment.de/was-ist-das-ozg-a-631488/">OZG</a>&nbsp;gemacht haben, ­wiederholen wir jetzt bei Open Source“, sagt er. Statt im Prozessmanagement sei die Verwaltung derzeit noch im Produktmanagement verortet, zudem gebe es keine vernünftigen, klaren Strukturen und Prozesse hinsichtlich der OZG-Umsetzung.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Besser Vor- als Nachsicht</h3>



<p class="wp-block-paragraph">Für Open Source in der Verwaltung heißt das: bei den Grundlagen anfangen. Grams: „Die Hersteller müssen erst mal die Voraus­setzungen schaffen, dass ihre Applikationen unter Open-Source-Lösungen funktionieren.“ Dies klappe, wie erwähnt, wohl nur mit einer gesetzlichen Verpflichtung, denn von selbst würden die Hersteller das nicht machen, „denn das ist ja ein Entwicklungsaufwand“ und dieser koste Geld. Dabei sei die Entwicklung für verschiedene Betriebssysteme durchaus machbar – allerdings nicht, wenn sie erst nachträglich geschehe. Und genau in dieser Situation befinden sich die Fachanwendungen, die ja bereits existieren.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Dennoch: Den Schritt in Richtung digitale Souveränität und&nbsp;<a href="https://www.egovernment.de/was-ist-resilienz-a-f508539371a8b884b9428ba0fa922026/">Resilienz</a>&nbsp;hält auch Grams für absolut wichtig. Und genau aus diesem Grund findet er es schwierig, ­Applikationen, die mit sensiblen Daten hantieren, quelloffen zu veröffentlichen. Beispiel: das Auslesen eines Personalausweises. „Da gibt es sehr viele technische Sicherheitsmerkmale, die niemals open source sein können“, sagt Grams, und findet dies auch richtig, denn sonst könnten diese Sicherheitsmerkmale theoretisch umgangen werden. Deshalb sei auch das Thema digitale Identität im OZG noch lange nicht geklärt.</p>



<p class="wp-block-paragraph">Um den Kommunen bei OZG und Open Source unter die Arme zu greifen, schlägt Grams ein Landkreis-weites IKZ vor. Dies wäre kosteneffizient und fördere standardisierte Prozesse. „Aus meiner Sicht sollte man die gesamte IT-Kompetenz in den Landkreis auslagern“, sagt Grams, „sodass wir alle die gleichen Anwendungen nutzen und die gleichen Systeme haben. Dann können wir auf eine vernünftige, effiziente Art und ­Weise die Digitalisierung weiter vorantreiben“.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
